sometimes life is stranger than fiction
cheers.

"Wenn ich nicht so betrunken wäre, könnte ich Ihnen das verständlich machen."

- Hugh Grant in "Remains of the day"

3.4.07 00:17


Die unerträgliche Leichtigkeit des Lesens ... und Schreibens

Studieren.

An sich kein schönes Wort, hat mit Lernen und Merken und Noten und Aufwand und so zu tun.
Und wenn ich an den ganzen organisatorischen Scheiß am Anfang des Studiums oder des Semesters denke - furchtbar.

Aber unter Umständen mag ich es, herumzurennen, nach Texten zu suchen, zu recherchieren und dabei einen Kaffee nach dem anderen zu trinken.
Schließlich sieht die Arbeit eines Schriftstellers auch nicht anders aus.

Ich hab mir vorhin das allerletzte Skript geholt, das ich noch für das Seminar "Verbotene Bücher" brauchte - nachdem ich einmal im falschen und zweimal im richtigen Sekretariat war und die Kopiervorlage immer unterwegs. Ich sage nicht ENDLICH, das sage ich erst, wenn der Literaturtest vorbei ist und ich ganz offiziell in dem Kurs bin. In dem übrigens bei einer zugelassenen Anzahl von 40 Leuten ganze 18 Teilnehmer existieren, wie ich auf der Verleihliste gesehen habe. Wow.

Ich kann mich daran erinnern, dass ich das Seminar "Verbotene Bücher" nur gewählt habe, weil es erschreckend gut zu der Geschichte passte, die ich gerade schrieb. Die erste Geschichte, die für ein breiteres Publikum als meine Klasse bzw. Stufe gedacht war bzw. ist. Jetzt, da das "Phantom" nicht mehr in meinem Hinterkopf herumspukt und sein Ende gefunden hat, kann ich wieder "alex.451", die Geschichte über Bücher, fortsetzen. Und dafür habe ich das Seminar gewählt, wegen...Recherche?

Ich will wissen, warum die Bücher verboten sind.

Eines, weil es unter bestimmten Gesichtspunkten den Ruf einer Person schädigt. Eines, weil es um Judentum und Sex geht (das hat sich zumindest beim Überfliegen herausgefiltert, ich weiß es noch nicht genau).
Und eines, davon bin ich überzeugt, weil es einen wahnsinnig macht vor Langeweile. Oh, ja.

Das Recherchieren macht Spaß. Ich sehe das Seminar in engem Zusammenhang mit meinem liebsten Berufswunsch und habe das Gefühl, ich verbinde die Uni-Arbeit mit meiner Schriftsteller-Arbeit, und das ist doch eigentlich ganz gut, vielleicht hält das die Motivation aufrecht.

Und lenkt davon ab, dass ich - trotz eingeführter Studiengebühren - nicht in alle Kurse gekommen bin. Niemand ist das. Oder in Kurse, in die man nicht will.
Dabei hätt ich das Wochenendseminar zu "Schreiben im Literaturbetrieb" sehr gut gebrauchen können...

So. Werde ich nun die Gerichtsbeschlüsse und den so verbotenen, nicht mehr in Druckfassung existenten Roman "Esra" lesen?

Vermutlich nicht.
Vermutlich werde ich jetzt irgendwas schreiben. Ich habe meine erste Kussszene geschrieben, mit der ich noch immer zufrieden bin.
Keine Ahnung.
Unlust zum Lesen, Lust zum Schreiben.

Ich will nicht diejenige sein, die analysiert, ich will analysiert werden!

3.4.07 14:37


Nur ausgedacht.

"Tu mir das nicht an, Esra", sagte ich, "bitte, tu es mir nicht an. Wenn ich nicht schreiben dürfte, was ich will - das wär wie Gefängnis für mich... Ich bin nicht wie du. Du bist zu Hause im Gefängnis."
"Das mit meiner Mutter damals - das war nicht schön..."
"Esra! Esra... Das ist eine Geschichte. Das ist alles nur ausgedacht."
"Vorhin hast du was anderes gesagt."

- Esra, Maxim Biller

3.4.07 15:16


 [eine Seite weiter]



Gratis bloggen bei
myblog.de